Kolumne

Luc Degla auf NDR
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/media/hallonds8365.html
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Traurige Verbrüderung
Der kahle Kopf war mit einer schwarzen Tinktur überzogen und bildete eine perfekte Maske, die nur aus der Nähe als eine solche zu erkennen war. Dann erlitt ich einen Schock: Ein Hakenkreuz und einige Wörter waren auf den Kopf gekritzelt.  Die Frau hatte auf ihrem ganzen Körper Tätowierungen und machte ein böses Gesicht. Beide vermieden meinen Blick, denn weiterhin suchte ich einen Blickkontakt mit den Beiden, um ihre Reaktion zu sehen.   Da kein anderer Kunde in der Nähe stand, versuchte ich vergeblich der Kassiererin anzusprechen; sie arbeitete stoisch weiter.  Ich wollte mich gerne mit jemandem über diese Parodie amüsieren. Der Mann bezahlte seine Einkäufe, nahm mit einem Ruck seine Quittung entgegen und ging. Ich bezahlte auch zügig und begab mich zum Ausgang. Das Paar stieg in einen Firmenwagen und fuhr davon. „Warum hat er sich bloß als Schwarzer maskieren lassen?“ ich dachte, ich würde einen Bruder grüßen und grüßte stattdessen einen Neo-Nazi. „Wenigstens hatte ich es geschafft, dass er meine Begrüßung erwidert hatte. ...
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Auf dem Weihnachtsmarkt
Montag, den 12. Dezember 2011 um 02:09 Uhr Alle Jahre wieder freue ich mich im November auf den Weihnachtsmarkt. Meine Begeisterung für dieses kulinarische Festival ist so groß, dass ich schon beim Aufbau dabei bin. Ich fasse nichts an, aber ich stehe auf der anderen Seite der Straße und schaue den Arbeitern und den Aufstellern zu, wie sie die Hüttchen hinstellen und dekorieren. Dann bin ich natürlich dabei, wenn es los geht. Als Milchtrinker gönne ich mir an dem Tag ein einziges Mal im Jahr ein bisschen Alkohol und trinke genau ein Glas Glühwein, aber mit Schuss natürlich. Danach gehe ich nach Hause und komme ein anderes Mal, um Poffertjes zu essen, ein weiteres Mal für gebackenen Camembert und so weiter bis ich alle Stände durchprobiert habe. Man kann sich fragen, warum ich nicht an einem Tag mehrere Spezialitäten probiere und mich stattdessen die ganze Saison über auf dem Weihnachtsmarkt herumtreibe. Der Grund ist einfach, ich möchte die Geschmäcker nicht mischen, außerdem ...
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Airbags gegen die Fremdenfeindlichkeit
Den Fremden begegnen wir überall, am Arbeitsplatz, auf dem Sportplatz, in der Freizeit, unter Freunden und in der Liebe. Ein Erfahrungsbericht Preis: 7,00 Euro ISBN : 978-3-9812160-1-1 Mohito Verlag Bestellung über: http://www.sowjethaus.de/kiosk/
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Ich oute mich
„Oder möchtest du wissen, wie oft am Tag ich Sex habe?“ Er schüttelt verneinend den Kopf und beginnt klagend zu erzählen, wie es ihn bedrückt habe, dass ich nicht Bescheid über seine Homosexualität weiß. Unter welchem Druck muss Bernd leben, wenn er sich verpflichtet fühlt, mich über seine sexuelle Orientierung aufklären zu müssen? Ich versuche mich in seine Haut zu versetzen und erinnere mich an einen Redner am Christopher Street Day, der im Radio der Jugend „traue dich, oute dich“ zugerufen hat. Da ich selbst wegen meines sexuellen Lebens unter psychischem Druck leide, fällt mir ein, dass ich mich auch outen sollte, um weiterhin frei und ungehemmt leben zu können. Ich habe eine Geliebte und aus diesem Grund viele Gewissensprobleme. Wenn ich meine Freunde um Rat bitte, höre ich immer wieder, „das ist nicht normal, du musst aufhören. Du musst dich für eine Frau entscheiden.“ Das ist aber nicht so leicht. Falls ich mich entscheide, von Zuhause auszuziehen, denke ich an ...
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