Donnerstagsessen

Vorbestellung erwünscht!

Folgende Speisen bieten wir an:

Portion Pommes (Mayo, Ketchup) 3,00 €
Suppe (Süßkartoffel, Maiscreme oder Kürbiscreme) 3,90 €
Portion gebratene Kochbananen 4,30 €
Kleiner Salat 5,90 €
Currywurst + Pommes 6,50 €
Hausgemachte Hähnchen-Rillettes mit Salat und Brot 7,00 €
Großer Salat mit Putenstreifen 9,80 €
Ratatouille + Couscous 10,00 €
Sauerfleisch mit Bratkartoffeln 10,80 €
Jägerschnitzel + Pommes 12,50 €
Yassah (Zitronen-Hähnchen) mit Reis oder Couscous

(Wechselnde alternative Angebote: Baskisches Huhn oder Coq au vin)

12,50 €

Zur Vorbestellung füllen Sie bitte folgendes Formular aus und klicken dann auf Senden. Oder rufen Sie mich einfach an: 05309-9814477.

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Vortrag: Der Alltag eines afrikanischen Diplomaten in Berlin

Christophe
Herr Christophe Dangnihin, u.a. Wirtschaftsattaché der Botschaft Benin in Berlin

Wir verfolgen das Ziel, im Monat mindestens einen Vortrag im Sowjethaus zu veranstalten. Dieses Mal kommt Christophe Dangnihin, ein beninischer Dipolmat aus Berlin. Er wird über seinen Alltag als Diplomat berichten. Ich finde, es ist die Gelegenheit zu erfahren, wie Diplomaten Deutschland sehen, wie sie mit den Heimatländern kommunizieren, usw.

Termin: Donnerstag, 16.07.2015 um 20:00 im Sowjethaus.

Eintritt frei –  Bitte um eine Anmeldung

Panamericana per Pedal – mit dem Fahrrad von Alaska bis Peru

Donnerstag, 11.06.2015 um 20:00

Ein Jahr lang waren Silke und Holger Sdunnus entlang der Panamericana auf dem Rad unterwegs und haben auf Ihrer Reise durch zwei Kontinente und 12 Länder u.a. die berauschende Schönheit Alaskas, die aufregende Westküste der USA, die Wüsten der Baja California und die die bunten Farben und  atemberaubende Vielfalt der Farben und Kulturen Mittel- und Südamerikas aus nächster Nähe kennengelernt. bellingham_cape_lookout_20140719_113709 „Panamericana per Pedal – mit dem Fahrrad von Alaska bis Peru“ weiterlesen

Rückblick: Vortrag „Jamaika ohne Strand“

jamaikaDonnerstag, 23.04.2015 um 20:00

Trotz des schönen Wetters fand sich im Sowjethaus eine kleine Gruppe ein, die in entspannter Atmosphäre sehr aufmerksam und interessiert den Vortrag über den Lebensstil der Jamaikaner plus Insidertipps für den eigenen Aufenthalt verfolgte. Es wurden zahlreiche Fragen gestellt, aus denen sich interessante Gespräche entwickelten. Am Schluss ließ Lucs Vorrat an Reggae-Musik den für alle Beteiligten netten Abend beschwingt ausklingen.

Der Urlauber

Während meiner Kindheit waren die Beniner ein buntes Volk aus Muslimen, Christen und Naturreligion-Anhänger. Was die Naturreligion betraf, bekannten sich die Menschen selten dazu, trotzdem konnte man davon ausgehen, dass sie von den meisten Beninern gefürchtet wurde. Sie war vom Staat nicht anerkannt und hatte keinen Platz im Kalendarium der Feiertage des Landes.

Die Grenzen zwischen den Religionen waren nicht so eindeutig, wir bekamen Schulferien an wichtigen muslimischen und christlichen Feiertagen und die Tatsache, dass ich zu Hause bleiben durfte, machte mir jede Religion sympathisch. Ich wünschte mir noch mehr Religionen. Das einzige, was uns Teenager nervte, war die Tatsache, dass die muslimischen Jungen alle Mädchen anbaggern durften, während die muslimischen Mädchen darauf bestanden, dass wir Christen, uns zuerst zum Islam bekehren mussten, bevor wir die Farbe ihrer Schlüpfer sehen durften. Diese Anforderung störte einige von uns nicht, denn sie wurden Muslime solange die Beziehung zu der muslimischen Frau bestand. War die Liebe vorbei, so beendete man die Zugehörigkeit zu der Religion.

Dann kam im Jahre 1990 die Demokratie. Alle Beniner wurden befreit und jeder hatte seine Anforderungen an die neue Regierung. Die Christen forderten, dass alle Feste, die noch nicht offiziell als Feiertage anerkannt waren, als nationale Feiertage anerkannt werden müssten. So wurden Ostermontag und Pfingstmontag zum Beispiel fortan frei. Die Muslime setzten den Geburtstag des Propheten Mohammed durch und dann meldeten sich die Naturreligion-Anhänger und bekamen auch ihren nationalen Feiertag. Den Reggae-Anhängern wurde eine Absage erteilt, als sie den Todestag von Bob Marley als Feiertag eintragen lassen wollte.

All diese Ereignisse geschahen, während ich mich im Ausland aufhielt. Bei jedem Urlaub in der Heimat bemerkte ich einige Veränderungen mit den Religionen. Die Muezzins schrien nicht mehr aus voller Kehle, sondern benutzten ein Megaphon, das die Botschaft Gottes über das ganze Viertel ausstrahlte. Die Glocke der Kirche lautete noch gewaltiger und alle möglichen Sekten bezogen in Hinterhöfen Quartier … Bis tief in die Nacht hörte ich „Jesus! Jesus! Jesus!“ und andere laute Gebete. Meine Proteste halfen nicht, weil niemand sich traute gegen Leute, die den Allmächtigen anriefen, etwas zu unternehmen. Ein Anruf bei der Polizei habe keinen Sinn, sagten meine Verwandten zu mir, die Polizisten würden sich genötigt fühlen. Ich konnte erst gegen 3 Uhr schlafen. Da fand ich die deutschen Gesetze hervorragend, Nachtruhe ab 22 Uhr.

„Mist!“ dachte ich, „ich habe ein ganzes Jahr gearbeitet und mich auf den Urlaub in der Heimat gefreut, und jetzt kann ich mich nicht mal erholen. Was nun?“

Da ich den Vermieter des Hauses, in dem die christlichen Anbeter wohnten, kannte, beschwerte ich mich bei ihm und dank einer kleinen Unterstützung aus meiner Urlaubkasse kündigte er mit sofortiger Wirkung den Gottesanbetern die Wohnung. Ich hatte Glück, die deutschen Gesetze waren weit weg von Benin: Kündigungsfristen kannten sie hier nicht, Mietrecht auch nicht. Der Vermieter bestimmte sein Hausrecht. „Hurra“ dachte ich, „jetzt kann ich mich erholen.“

Ich hatte mich zu früh gefreut, es sollte noch mehr kommen. Zwei Tage später fuhr ich zu meiner Mutter. Am Abend ging ich ins Bett und freute mich auf eine gute Nacht. Um Mitternacht riss mich ein lautstarker Ruf „Allah Akhbar!“ aus dem Schlaf. Eine Moschee stand nicht weit vom Haus meiner Mutter, eine neue Moschee mit einem Lautsprecher der letzten Generation. „Ich bin doch kein Moslem!“ rief ich, „warum muss ich das mitmachen?“ Ich stand auf. Ich ging in das Zimmer meiner Mutter und sah, dass sie seelenruhig schlief. Sie war das Geschrei gewöhnt. Ich ging zu meinem Bruder. Er saß auf der Bettkante und zuckte mit den Achseln, als er mich sah: „So ist das heute. Nach der Militärdiktatur erleben wir die Diktatur der Religionen. Du kannst dich nirgendwo beschweren. Niemand wird dich verstehen wollen.“

Das Gebet dauerte bis sechs Uhr. Ich war fertig, der Tag war hin. Wohin sollte ich noch fliehen? Verdammt!

Die Tatsache, dass weder Polizisten noch Politiker dazu bewegen konnten, eine Regel für die religiöse Entfaltung der einzelnen Menschen zu finden, zwang mich eine eigene Lösung zu suchen. Ich ging am nächsten Tag in einen chinesischen Supermarkt und kaufte vier Lautsprecher, die wahrscheinlich auf ihren Einsatz auf dem Dach einer Moschee gewartet hatten.

Zurück bei meiner Mutter montierte ich die Geräte auf dem Dach und schloss sie an die Anlage meines Bruders an. Meine Mutter fragte besorgt: „Was hast du vor?“ und mein Bruder antwortete: „Er möchte wahrscheinlich einen Rocker-Tempel aufmachen.“

Mein Bruder hatte tatsächlich sehr gut geraten. Um Mitternacht, als der Muezzin mit seinem lauten Gebet anfing, drückte ich auf die Taste der Anlage und ließ AC/DC dröhnen, danach folgten Led Zeppelin und Rammstein. Das ganze Viertel stand auf, einige Bewohner wollten mir vorwerfen, dass ich die Nachtruhe störe, aber andere zeigten Verständnis. Es folgte eine hitzige Diskussion bis früh in den Morgen. Ich rechnete vor, wie viel die Volkswirtschaft dadurch verliert, wenn die Mehrheit der Angestellten und Arbeiter müde und nicht ausgeschlafen bei der Arbeit erscheint. Bei dem ganzen Wirrwarr wusste ich nicht genau, wer auf meiner Seite war oder nicht. Da ich ein „Fremder“ war, überließ ich es den Bewohnern das Problem mit dem Lärm in der Nacht zu lösen und brach meinen Urlaub ab.

Während meines Rückflugs erhielt ich im Flugzeug eine Zeitung. Die Überschrift lautete: „Auseinandersetzung zwischen Christen und Muslimen in Benin.“ Ich rief die Redaktion an und versuchte den Hergang zu erklären. Es sei keine religiöse Auseinandersetzung, sondern ich wollte nur in der Nacht in Ruhe schlafen. Am nächsten Tag erschien ein neuer Artikel: „Wir haben den Anführer des Aufstandes gegen die Muslime getroffen und interviewt!“

Luc Degla

Neues Buch!

Liebe Freunde,

Mein neues Buch ist erschienen!

Titel: Wenn die Gäste bleiben
ISBN: 978-3-7245-1844-0
Preis: 8,20 Euro

Auch in Französisch erhältlich: „Quand restent les hôtes“ ISBN: 978-3-7245-1845-7. Alle, die Interesse haben, können es hier erwerben:

Demnächst vorrätig in der Buchhandlung Goeritz, Breite Straße 20 / Guten Morgen Buchladen, Bültenweg 87 oder jetzt schon beim Verlag zu bestellen: http://www.reinhardt.ch

Ich wünsche Euch beim Lesen viel Vergnügen.

Herzliche Grüße

Luc Degla