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Traurige Verbrüderung PDF Drucken E-Mail
Blog - Blog
Dienstag, den 03. April 2012 um 12:00 Uhr

Während eines Einkaufs am 12.03.2012 in einem Großsupermarkt  in Braunschweig sah ich aus einiger Entfernung  einen Schwarzen. Ich betrachtete staunend seinen Körper  und wunderte mich, dass mir ein Afrikaner mit solcher Muskulatur unbekannt war und fragte mich, ob er neu in die Stadt gezogen war. Da er in einen anderen Gang bog, winkte ich ihm grüßend zu. Er ignorierte meinen Gruß zuerst, dann, als ich nochmal kräftig winkte, nickte er mit dem Kopf und erwiderte endlich meinen Gruß. Die Frau, die ihn begleitete, schaute mich ein bisschen angewidert an. Überrascht über die Kühle dieser Frau und des Schwarzen, der seinen Bruder ignorierte, guckte ich weiter in seine Richtung und stellte fest, dass seine Hände hell waren. „Es ist ein Weißer!“ dachte ich und drehte mich um. „Hat er einen Unfall gehabt? Warum ist sein Kopf schwarz und seine Hände hell?“ Ich unterbrach meine Einkäufe, und ging zur Kasse, damit ich mich hinter ihn stellen konnte.

 

 

 
Die fremde Ehe PDF Drucken E-Mail
Lesung - Nachlesen
Freitag, den 24. Februar 2012 um 23:22 Uhr

---- Vorgelesen im Café Okerterrasse am 24.02.2012 ------

 

Grenzüberschreitende Liebesbeziehungen können so manche Entdeckung mit sich bringen. Bevor ich nach Europa kam, hatte ich nie eine richtige dauerhafte Beziehung. So wie viele achtzehnjährige Beniner hatte ich keine eigene Wohnung und musste mich mit Karnickelsex hinter Gebüschen begnügen. Auf verlassenen Baustellen ließ ich zügig die Hose herunter und zog sie wieder an, bevor irgendwelche Passanten mich erwischen konnten. Wie es meinen jungen Mitspielerinnen erging, wusste ich nicht, sie beschwerten sich nicht und machten auch einen zufriedenen Eindruck, wenn wir uns verabschiedeten. Dass sie mit diesen schnellen Nummern wahrscheinlich unzufrieden gewesen sein könnten, stellte ich erst in Europa fest, als meine europäischen Freundinnen mir auf die Finger schlugen und genervt riefen: „nicht so schnell… knutschen wir zuerst… wir haben Zeit… .“

 

 
Auf dem Weihnachtsmarkt PDF Drucken E-Mail
Kolumne - Da Capo Stadtmagazin BS
Montag, den 12. Dezember 2011 um 02:09 Uhr

Alle Jahre wieder freue ich mich im November auf den Weihnachtsmarkt. Meine Begeisterung für dieses kulinarische Festival ist so groß, dass ich schon beim Aufbau dabei bin. Ich fasse nichts an, aber ich stehe auf der anderen Seite der Straße und schaue den Arbeitern und den Aufstellern zu, wie sie die Hüttchen hinstellen und dekorieren. Dann bin ich natürlich dabei, wenn es los geht. Als Milchtrinker gönne ich mir an dem Tag ein einziges Mal im Jahr ein bisschen Alkohol und trinke genau ein Glas Glühwein, aber mit Schuss natürlich. Danach gehe ich nach Hause und komme ein anderes Mal, um Poffertjes zu essen, ein weiteres Mal für gebackenen Camembert und so weiter bis ich alle Stände durchprobiert habe.

 
Ich oute mich PDF Drucken E-Mail
Kolumne - Da Capo Stadtmagazin BS
Freitag, den 19. August 2011 um 20:04 Uhr

Seit zwei Wochen teile ich das Büro mit Bernd, meinem neuen Kollegen. Ungewöhnlich ist sein Schweigen heute, ich höre nur die Tastatur des Computers klappern und das Klicken der Maus. Ab und zu spuckt der Drucker Blätter aus, dann steht er auf, holt sich das Blatt und heftet es in einen Ordner. Wir haben uns sonst viel über die Angehörigen der Firma unterhalten, er hat sich nach den Chefs erkundigt, bei wem er aufpassen muss und so weiter.

Nach einer Weile frage ich ihn, was los sei, warum er so bedrückt und unruhig wirke. Er überlegt und sagt zögerlich, dass er mir mitteilen möchte, dass er schwul sei. „Was geht mich das an?“ frage ich.

„Damit du es von vorneherein weißt“ entgegnet er. Kopfschüttelnd sage ich: „Ich verstehe nicht ganz, warum du mir unbedingt offenbaren musst, dass du schwul bist. Die Sexualität ist doch eine private Angelegenheit oder nicht? Erwartest du von mir, dass ich dir sage, dass ich ein Hetero bin?“

„Nein“, antwortet er.